Der magische FC

am

Ein Fußballverein der eine Hakenkreuz-zerschlagende Faust auf dem Ticket abbildet, kann nur cool sein. Ein Fußballverein der eine lebendige, bunte und linke Fanszene hat, hat schon automatisch einen Platz in meinem Herzen. Deshalb war klar, ich muss diesen Verein einmal am Millerntor besuchen. Ein Wochenende in Hamburg.

Meinem eigenen Verein, dem TSV 1860, bin ich erst einmal zu einem Auswärtsspiel hinterher gereist. Im Jahr 2014 zum SV Sandhausen. In dieser Saison sollte es mindestens ein weiteres werden damit ich meinen Besuch beim FC St. Pauli damit verbinden kann. Wie bekannt hatte mein Verein andere Pläne und stattdessen könnte ich, wenn man den überhaupt Tickets bekommt, jetzt zum FV Illertissen oder zum SV Schalding-Heining fahren. Dann halt eine Fahrt ohne Sechzig nach Hamburg.
Die Sommerferien und günstige Bahnfahrten (mitten in der Nacht!) boten sich an.

Am Samstag, 11:30 Uhr, das erste Mal am Millerntor. Dort habe ich Yannick der die Vor-und Nach-dem-Spiel-Gespräche vom Millernton macht, getroffen.
Netter Kerl, hat mich gefreut!
Dann habe ich noch schnell einen Blick in die Fotoausstellung im 1910-Museum geworfen. Wirklich schöne Bilder die meine Vorfreude auf die Atmosphäre nicht senkten. Ganz im Gegenteil. Anschließend bin ich ins Stadion rein und habe mich auch dort ausführlich umgesehen. Graffitis wie „Kein Mensch ist illegal“ im Stadion zu haben ist wunderschön.
Ich freue mich hier über kleinste Sachen bei denen jeder richtige Sankt Pauli-Fan wahrscheinlich genervt von mir ist. „Schon wieder einer dieser Fußball-Hipster der uns hier besucht und Fan vom Modelabel St. Pauli ist.“
Ja, Sorry! Ihr seid halt geil, seid Stolz drauf!

Tja, wie soll ich jetzt das Stadion und die Fans beschreiben die ich so gerne sehen wollte und für das ich knapp 800 km gereist bin?! Fantastisch, Gänsehaut. Ich habe heute, drei Tage nach meinem Besuch, immer noch einen Ohrwurm von „Herz von St. Pauli“. Eine drei Viertel Stadion-Stehtribüne habe ich das erste Mal so gefüllt & stimmungsvoll gesehen. (Zwar schon in Darmstadt aber da war alles leer)
Das Spiel auf dem Rasen war dann nicht ganz so fantastisch wie auf den Rängen, hatte dafür aber ein umso euphorisches Ende mit einem Tor in der 93. Minute bei dem das Stadion gefühlt explodierte.
Als kleine Randnotiz möchte ich Anmerken, dass ich es sehr angenehm fand, nicht bei jedem Eckball einen Werbejingle hören zu müssen und in der Halbzeitpause keine, in anderen Stadien fast schon gewöhnliche, Halbzeitshow zu sehen. Und die LED-Banden die manche in Hamburg jetzt schon zu extrem finden, haben angenehme Übergange.

Das war also meine Tour ans Millerntor. (Ground 16)
Es wirkt vielleicht so als ob ich hier voll geschleimt hätte. Nein, das war ehrlich. Ich bin halt verliebt. Würde ich in Hamburg wohnen, wäre der FC St. Pauli mein Verein!

Im Anschluss möchte ich noch zwei passende Dinge empfehlen:

1. Zum Thema FC St. Pauli gibt es einen tollen Podcast auf Englisch. Der „Who are ya?“-Podcast hat in Folge drei den Verein vom Kiez erklärt.
https://soundcloud.com/user-251565865/fc-st-pauli-punks-not-dead

2. Zum Thema Groundhopping, Fußball und Menschen gibt es jetzt ein wunderschönes Buch. Die beiden Wochenendrebellen haben ein Buch geschrieben.
„Ursprünglich sollte es nur darum gehen, dem Jungen einen Lieblings-Fußballverein zu suchen. Jason, geboren 2005, ist Asperger-Autist und seit seinem sechsten Lebensjahr mit seinem Vater Mirco unterwegs auf Groundhopping-Tour durch die Fußballstadien Deutschlands und des benachbarten Auslands. Das Buch ist Zeugnis einer ganz besonderen Vater-Sohn-Beziehung, ein humorvolles und lehrreiches Beispiel dafür, was möglich ist, wenn man versteht, dass Lieben ein Verb ist.“
So lautet der Klappentext. Lest das Buch, es lohnt sich!

 

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